Kurze Anmerkung: ich habe sowohl das Hotel, als auch die Anreise als auch das Coaching und alle anderen Kosten selbst bezahlt. Ich bin nur so glücklich, dass ich das gemacht habe, dass ich dir davon erzählen will, vielleicht hilft es dir ja bei einer Entscheidung. Auch wenn ich mich mal wieder nicht kurzfassen konnte,  sorry. 

Wenn du gerade dabei bist dein Business zu starten der vielleicht das Gefühl hast festzustecken oder wenn du – wie ich– immer zu viele Idee gleichzeitig hast, kommst du irgendwann vielleicht auf die Idee, dass du dir Hilfe von außen, z. B. in Form eines Coaching holen kannst oder solltest. Ich selbst habe schon mit Iris Kauffmann gearbeitet, die ich dir sehr empfehlen kann. Mit ihr habe ich meine Struktur und Themen genauer herausgearbeitet, was mir sehr geholfen hat. Und hier kam dann auch (unter anderen) das Ergebnis raus, dass ich als Person meine Marke bin und das auch nach außen vertreten muss. Das heißt für mich als Angsthase und Introvertierte, dass ich mich damit auseinandersetzen muss sichtbarer zu werden. Daran und an Formaten, die mir dabei helfen, die mich aber nicht emotional  überfordern, arbeite ich gerade. Sehr hilfreich finde ich in diesem Zusammenhang die Tipps und Hilfen von Melina von Vanilla Mind. Aber zurück zum Coaching.

Jetzt sprießen die Coaching –Angebote ja gerade aus dem Boden wie die ersten Blüten im Frühjahr und meist ist es für den Laien nicht zu erkennen wie qualifiziert der anbietende Coach ist, gefühlt ist ja jeder Coach für irgendwas und unfassbar erfolgreich damit. Da werde ich persönlich immer schnell skeptisch, ob diese Leute ihre Versprechungen dann auch halten können. Deshalb finde ich persönliche Empfehlungen sehr wichtig, natürlich ist es dann immer die Frage, ob du mit der Person, die ich dir empfehle, klarkommst, aber ich finde, das ist immer schonmal ein erster hilfreicher Schritt. 

Emotion

Auf meiner Suche nach Informationen bin ich irgendwann auch auf die Zeitschrift Emotion gestossen. Ich habe mit mir selbst den Deal gemacht, dass ich mir das Jahresabonnement gönne und in einem Jahr schaue, ob ich von dieser Zeitschrift „profitiere“. Gleich beim Lesen des ersten Hefts stieß ich dann auf das Angebot, dass Andrea und Katrin ein Coaching für Businessfragen anbieten. Im Januar, in Hamburg. Für mich also nicht grade um die Ecke. Und im Januar kommen ja auch immer viele Jahresrechnungen rein. Aber um ehrlich zu sein, hab ich nicht allzu lange nachgedacht und beschlossen, dass ich das jetzt in mich investiere. Und Hamburg ist ja eine meiner Herzensstädte und somit immer eine Reise wert. Sogleich hat sich mein innerer Angsthase gemeldet, ob ich das auch wirklich allein machen will. Aber ich habe ihn einfach mal ignoriert und gebucht bevor er zu laut werden konnte.

Kleiner Mutausbruch – allein reisen, los geht’s! 

Und schwups war auch schon der 17. Januar da und ich saß im Zug. Und weißt du was? Von dem Moment an, war da nur noch Freude und der Angsthase saß schmollend in seinem Stall. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass diese Reise und das Coaching eine verdammt gute Idee waren – und so war es auch. Und jetzt bin ich auch ein bisschen stolz, dass ich es gemacht habe. 

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der immer davon ausgeht, dass ich irgendwas dabei lernen werde, ob jetzt ganz konkret oder allgemein, ist mir meistens egal. Und ich hab wieder gelernt, dass ich es kann, dass ich alleine klarkomme. Für mich war da wieder das Gefühl, das ich in meiner Zeit in Tromsø hatte – ob das jetzt an Hamburg lag oder dem Norden, keine Ahnung, egal, Hauptsache das Gefühl war da. 

 

Circle of emotions 

Zugegeben, nervös war ich schon, als ich mich dann zur Redaktion aufgemacht habe. Da rüttelte der Angsthase doch ganz schön am Gitter seines Stalls. Aber ich war ja schon so begeistert von dieser alten Fabrik, in der die Redaktion untergebracht ist. Mit sowas kriegst du mich als Kunsthistorikerin ja schnell. Und als ich dann sehr herzlich von Andrea  und  Katrin begrüßt wurde (das „wir bieten dir mal das übliche Coaching-Du an“ liess mein Skandinavienherzvhen ja gleich hüpfen) hab ich gewusst, dass es ein guter Tag wird und ich die richtige Entscheidung getroffen habe. 

Nach und nach kamen die anderen Teilnehmerinnen an und waren auch gleich super nett und offen und herzlich. Wir hatten gleich das Gefühl, als würden wir uns schon länger kennen. Und die gute Mischung aus eher zurückhaltenden Menschen wie mich und denen, die eher wissen wie sie Gespräche beginnen, führte ganz schnell dazu, dass man ins Ideenspinnen kam, dass die Energien durcheinandergewirbelt wurden und irgendwas entstand. Was kann ich gar nicht genau beschreiben. Aber es war toll, Teil dieser Gruppe zu sein. Mir selbst war gar nicht bewusst, dass ich quasi an einem Test teilgenommen hatte -ich dachte, dass Format sei schon erprobt…

 

Wie lief das Coaching ab?

Mal eins vorneweg: ein Coaching ist nicht unbedingt ein Spaziergang, es kann auch wirklich emotional werden und anstrengend. Aber ich finde es lohnt sich immer. 

Im Vorfeld sollten wir uns eine Frage ausdenken, die uns gerade beschäftigt, an der wir grade hängen oder wozu wir Input brauchen. Jetzt kommt mit mein Ideenhirnproblem dazu: wusch, ich hatte viele Fragen. Ich hab gemeinsam mit einer Freundin nochmal gebrainstormt und festgestellt, dass ich bei vielen Fragen zurzeit eine Bestätigung von außen möchte, aber dafür ist ein Coaching nicht da. Also habe ich mich mit mir selbst auf folgende Frage geeinigt: 

Wie kann ich als Introvertierte Werbung für mein Angebot machen/ auf mich und mein Angebot aufmerksam machen, damit Wunschkunden anbeissen?

Ich erhoffte mir, dass die Teilnehmenden zumindest teilweise aus anderen Branchen kommen und vielleicht Ideen haben, auf die ich  nicht kam. 

Am Tag selbst konnte man entscheidend, ob man ein Einzel-Speedcoaching wollte oder den „Circle of Emotion“. Da ich schon so ein Einzelcoaching gemacht hatte und mir ja erhoffte, dass ich möglichst viele Ideen aufschnappen kann, war mir klar, dass es bei mir der „Circle of emotions“ werden würde. Im Laufe des Vormittags ist auch deutlich geworden, dass einige Teilnehmerinnen für ihre Fragen eher das Einzelcoaching benötigen, andere die Runde und so hat sich die Aufteilung auch ganz gut ergeben. Viele hatten ähnliche Fragen (berufliche Neu- und Umorientierung, Wiedereinstieg nach Geburt etc), meine Frage fiel ein wenig raus, was ich aber ich ok fand.

In so einem Coaching schließt man den „Vertrag“, dass alles was besprochen wird nicht weitergetragen wird, daher werde ich nur über meinen Circle schreiben. 

Du sitzt also in einem Stuhlkreis und präsentiert dein Anliegen, die anderen Teilnehmenden haben die Möglichkeit noch Fragen zu stellen und Unklarheiten zu lösen. Dann drehst du dich um und die Gruppe formuliert das, was sie jeweils gefühlt und verstanden hat, welchen Eindruck sie jeweils von dem Problem und der Person haben. Dadurch, dass du dich umdrehst, können die anderen freier reden, aber man selbst muss auch nicht darauf reagieren, sondern kann das erstmal für sich verarbeiten. Dann drehst du dich wieder zur Gruppe, kannst nochmal was dazu sagen und eventuell auch die Frage, die du an die Gruppe hast, umformulieren. Bei mir blieb sie gleich. Dann drehst du dich wieder weg und hörst dir die Vorschläge der Gruppe an. Du kannst selbst mitschreiben, eine aus der Gruppe ist aber Protokollantin, sodass du dich voll auf die Ideen konzentrieren kannst. Für mich war es sehr spannend zu hören, dass mein Beruf scheinbar gar nicht so bekannt ist wie ich dachte. Typisches Frauendenken meinerseits: kann doch jeder, ist ja nichts besonderes (Kurzes Hauen auf Kopf). Die Vorschläge und Ideen deckten sich teilweise mit dem, was ich mir für 2020 vorgenommen habe (z.b. Online präsenter zu sein), es kamen aber auch einige Ideen, die ich nicht auf dem Schirm hatte. Im Moment bin ich zu aufgewühlt, um das sofort umzusetzen, aber ich werde mir das die nächsten Tage genauer angucken und dann entscheiden, was ich wie umsetzen werde. 

Hat es sich gelohnt? 

Ich hoffe, das ist aus dem vorherigen Text klar geworden, aber zur Sicherheit nochmal: auf jeden Fall! Ich würde jederzeit wieder ein Coaching machen und ich würde jederzeit wieder für dieses Coachingformat nach Hamburg fahren. Für mich hat sich das total gelohnt und ich bin froh, dass ich in mich investiert habe.

 

Ist das Coaching bei Emotion auch was für dich?

Dir sollte klar sein, dass -je nachdem wie komplex dein Problem oder deine Fragestellung ist – ein Coaching von insgesamt 5 Stunden und mit anderen Personen möglicherweise nichts für dich ist und du dann in ein Eins-zu-eins-Coaching investieren solltest. Wenn du aber den Input von verschiedenen Köpfen brauchst, die auch einen komplett anderen Blick auf dich und dein Business haben, gerade weil sie dich nicht kennen, dann ist das Format was für dich. Wenn du kreative und interessante Frauen kennenlernen willst, dann auf jeden Fall. Für mich als empathische Introvertierte ist soviel Energie auch anstrengend, keine Frage. Aber mich war die Energie und die Kreativität, die im Raum war, und der gegenseitige Respekt so spannend und kraftvoll, dass ich glücklich grinsen muss und es mir auch die Tränen in die Augen treibt, wenn ich jetzt darüber schreibe.

Fazit

Natürlich hängt die Atmosphäre von so einem Event immer von den Teilnehmenden ab, aber in unserem Fall war die Atmosphäre der Knaller. Manchmal kam es einem so vor, als würde man mit Leuten reden, die man schon länger kennt,  und es war einfach nur spannend und inspirierend.

Aufgefallen ist mir aber auch, dass sich noch einiges ändern muss in unserer Gesellschaft und im Mindset von uns Frauen. Denn viele der Fragen, die hier gestellt wurden, würden die meisten Männer sich vermutlich nicht so selbstzweifelnd und selbstvernichtend stellen. Und genau deshalb sind solche Treffen wichtig, um Netzwerke zu schaffen, die über die eigene Bubble, die über lokale „Beschränkungen“ und die eigenen Berufsfelder hinausgehen. Und deshalb sind solche Formate auch wichtig, damit man im geschützten Raum Ideen spinnen und Probleme ansprechen kann. Natürlich kann jede von uns das auch selbst initiieren, aber große Player haben da doch ganz andere Möglichkeiten Frauen miteinander bekannt zu machen. Und daher bin ich dem Emotion-Team sehr dankbar für einen inspirierenden Tag, von dem ich ganz viel mitnehme. Und ich hoffe, dass das Format weitergeführt wird. Ich brauche ja wieder mal nen Grund nach Hamburg zu fahren 😉

Und noch ein Tipp von mir: um sich nicht gleich wieder selbst zu verlieren, habe ich in meinem Bullet Journal Seiten für „Investitionen in mich selbst“ eingerichtet. Für jeden Monat male ich mir hier meine Investitionen in mich selbst rein (wenn du lieber schreibst, kannst du da ja auch ne Bucket-List führen). Und das Coaching wird auf jeden Fall gedoodelt. Falls ich dann mal wieder den Angsthasen und inneren Kritiker zu laut werden lasse, kann ich da gucken, was ich schon alles in mich investiert habe und dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Ein paar Verbesserungsvorschläge 

Beim Abschlussgespräch wurden auch ein paar Verbesserungen vorgeschlagen. Für die intensive Arbeit war die Gruppe mit 14 Personen fast zu groß, besser wären 10 oder 12. dann ist aber klar, dass der Kurs teurer sein muss. Vorschlag war hier, dass der reguläre Preis der Abonenntenpreis (mindestens) sein sollte. Nicht- Abonennten sollten dann mehr als die 129€ bezahlen. Allerdings darf der Preis auch wieder nicht zu hoch werden, da man es  sonst natürlich Personen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten oder längeren Anreisen schwieriger macht. Ich hab nochmal drüber nachgedacht und würde für mich persönlich sagen, dass meine finanzielle Schmerzgrenze bei max. 140/ 150€ liegt. Alles darüber wäre für meine weite Anreise dann zu viel. Die Zeit ist dicht genutzt, daher wäre vielleicht eine Mittagspause draußen ganz gut, um den Kopf durchzupusten, so im Nachhinein betrachtet. Das muss gar nichts großes sein, bei gutem Wetter könnte sich die Gruppe vielleicht einfach in den Innenhof setzen und dort essen.

Ein dickes Dankeschön an den Emotion-Verlag, an Andrea und Katrin und an alle Teilnehmenden. Es war schön euch kennenzulernen und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt und dass ihr alles rocken werdet, was ihr euch vornehmt.