Zeichnung Kapellenkranz

In der Kirchenbaukunst gibt es unterschiedliche Formen von Chorabschlüssen. Eine Form stelle ich euch heute vor: Den Chor mit einem Kapellenkranz.

In der Romanik und Gotik baute man um den halbkreisförmigen oder mehreckigen Chor einen Chorumgang, von dem aus man in die Chorkapellen kam. Einzelne Kapellen nennt man dann „Kranzkapellen“ oder „Radialkapellen“.

Die mittlere Kapelle, die in der Verlängerung des Chorscheitels wird „Scheitelkapelle“ oder „Achskapelle“ genannt. Sehr häufig ist diese Kapelle der Jungfrau und Gottesmutter Maria geweiht. Je nach Größe des Baus gibt es unterschiedlich viele Kranzkapellen, es ist immer eine ungerade Anzahl.

Wer hat’s erfunden?

Die Franzosen. Bereits ab dem 9. Jh finden sich in Frankreich erste Beispiele an Abtei- und Pilgerkirchen, z.B. in St.-Philibert in Tournus. Die Hochzeit erleben sie dann in der Gotik im 12. und 13. Jahrhundert. Danach nimmt ihre Beliebtheit ab.

Wofür braucht man sie?

Der Kapellenkranz und der Chorumgang kann zum Beispiel für Prozessionen genutzt werden. Dadurch, dass in jeder Kapelle ein Altar stehen muss, bieten sich durch die zusätzliche Anzahl nochmal zusätzliche Möglichkeiten für Messfeiern und andere gottesdienstlichen Tätigkeiten – die Mönche und Priester mussten ja beschäftigt werden bzw. hatten Vorgaben aus Testamenten etc.

Kapellenkranz – Kranz von Kapellen rund um den Chorumgang

Kranzkapelle – eine der Kapellen im Kapellenkranz

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Paray-le-Monial